FRAUENNOT– FRAUENGLÜCK 1. Teil - Das Hohelied der ärztlichen Kunst Der in der Schweiz gedrehte Film Frauennot-Frauenglück von Sergej Eisenstein und Grigori Alexandrov thematisiert im ersten Teil das Elend von Frauen, die ungewollt schwanger werden. Im ersten Teil werden die expressiven Schilderungen des Leidens und des Todes der Frauen, die heimlich eine Abtreiberin konsultieren, dargestellt, im zweiten Teil sind Aufnahmen aus den Räumen der Zürcher Universitätsklinik zu sehen. Dort wird problemlos und sicher abgetrieben, soweit der Abbruch aus medizinischen Gründen notwendig ist. Das Leben in der Stadt scheint idyllisch, doch was anderswo in Europa geschieht, macht auch vor der heilen Schweiz nicht halt: Unzählige Frauen sehen sich aus wirtschaftlicher, sozialer oder psychischer Not oder aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, heimlich abzutreiben. Ende der 20er-Jahre ließen in Europa jährlich an die 2 Millionen Frauen heimlich abtreiben, oft mit tödlichem Ausgang. Der Schweizer Produzent Lazar Wechsler wollte über diesen Missstand einen aufklärerischen Film machen. Als Regisseur fragte er keinen Geringeren an als den russischen Cineasten Sergei Eisenstein. Der Film war wegen der damals sensationellen und skandalträchtigen Aufnahmen aus der Geburtsklinik ein Kassenschlager, sorgte aber auch für hitzige Debatten und Verbote. Die ebenso widersprüchliche wie ideologisch ausgewogene Mischung von Spiel- und Dokumentarfilm ist ein historisches Dokument zu einer heiklen Thematik.
Regisseur Eduard Tiss, Sergej Eisenstein
Autor Grigori Aleksandrov
Kamera Emil Berna, Eduard Tisse
Schauspieler Johannes Steiner, Walpurga Gmür, und anonymen SchauspielerInnen
Musik Martin Uhl
Produzent Lazar Wechsler
Länder Schweiz
Genre Film
Jahr 1929
Länge 62 min
Thema Abbruch
Format Masterband Film 35mm (BW with sound)
Untertitel Deutsch, Englisch, Französisch

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Filmverleih kommerziell PRAESENS-FILM AG Postfach 919 CH-8034 Zürich info@praesens.com